In diesem Blogbeitrag verraten wir Ihnen, worauf es bei dem Bau eines Wintergartens ankommt und zeigen, welche Möglichkeiten sich dahinter verbergen.  

Wie so oft ist auch hier die Vorbereitung essentiell und erspart Ihnen im Nachhinein viel Stress. Wer sich vorab ausführlich Gedanken zur Umsetzung seines Wintergartens macht, der kann seine neue Wohlfühloase später ganz entspannt genießen.

Wintergarten mit grünen Fensterrahmen
Ein Wintergarten ist eine Bereicherung für jedes Haus

Welche Arten von Wintergärten gibt es?

Anlehn-Wintergarten

Dies ist eine der kostengünstigsten Varianten. Hierbei wird an das Gebäude eine einfache Pultdachkonstruktion angebaut. Diese kann eckig oder abgerundet sein. Der architektonischen Gestaltungsfreiheit sind keine Grenzen gesetzt.

Polygon-Wintergarten
Der Polygon-Wintergarten zählt zu einer der anspruchsvolleren Konstruktionen.
Die Vorteile:

  • Lichteinfall größer
  • Wärmespeicherung günstiger
  • Verhältnis von Luftvolumen nach Außen wird günstiger

Die Nachteile:

  • Aufgrund der Vielecken Platz bei der Einrichtung verloren geht.

Über-Eck-Wintergarten
Dieser Wintergarten zählt zu der teuersten Variante. Hier wird bei gleicher Fläche mehr Glas benötigt. Der Aufwand ist höher, da die Wand nur bedingt als Träger dient. Dennoch gibt es auch hier viele Vorteile wie beispielsweise der entstehende Panoramablick mit durchgehender Sonneneinstrahlung.

Nähere Informationen zu den verschiedenen Arten finden Sie hier.

Großzügiger, moderner Speisesaal mit Fenstern rundum
Die Einrichtung des Wintergartens sorgt für ein besonderes Ambiente.

Schritt 1: Zweck, Standort und Ausrichtung klären

Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten Sie sich überlegen, welchen Zweck Ihr Wintergarten erfüllen soll. Möchten Sie zusätzlichen Wohnraum schaffen, einen geschützten Platz für Ihre Pflanzen einrichten oder mehr Tageslicht in Ihr Zuhause bringen? Die Beantwortung dieser Frage beeinflusst viele weitere Entscheidungen.

Auch der Standort spielt eine große Rolle:

  • Südausrichtung bringt viel Licht und Wärme, kann im Sommer aber schnell zu heiß werden – hier sind gute Beschattungslösungen wichtig.
  • Nordausrichtung wirkt ruhiger und bietet ein gleichmäßiges Klima, allerdings mit weniger direktem Sonnenlicht.
  • Ost- oder Westausrichtung eignen sich, wenn Sie morgens oder abends Sonne genießen möchten.

Berücksichtigen Sie bei der Planung auch Ihre Privatsphäre und die Aussicht. Ein gut durchdachter Wintergarten kann zu Ihrem neuen Lieblingsort werden.

Schritt 2: Rechtliche Voraussetzungen prüfen

Ein Wintergarten ist in der Regel genehmigungspflichtig, unabhängig davon, ob es sich um einen Kalt- oder Warmwintergarten handelt. Bevor Sie mit der Umsetzung beginnen, sollten Sie deshalb unbedingt mit dem zuständigen Bauamt sprechen. Je nach Bundesland und Gemeinde gelten unterschiedliche Vorschriften.

Dabei sind vor allem folgende Punkte wichtig:

  • Landesbauordnung: Diese legt fest, was gebaut werden darf und welche Nachweise erforderlich sind.
  • Bebauungsplan: Gibt es für Ihr Grundstück bereits Vorgaben zur Bebauung?
  • Grenzabstände: In vielen Fällen müssen Sie mindestens 3 Meter Abstand zum Nachbargrundstück einhalten – oder eine spezielle Grenzbebauung beantragen.
  • Baugenehmigung: Bei beheizten Wintergärten oder baulichen Eingriffen ins Wohnhaus ist eine Genehmigung fast immer erforderlich.

➡️ Unser Tipp: Erstellen Sie frühzeitig eine grobe Bauzeichnung und nehmen Sie diese mit zum Beratungsgespräch beim Bauamt. Das spart später Zeit und hilft dabei, böse Überraschungen zu vermeiden.

Fröhliche junge Leute essen im Innenhof zu Mittag und haben Spaß
Da kommen auch Freunde gerne zu Besuch. Ein Wintergarten ist einfach ein Highlight.

Schritt 3: Die richtige Bauart wählen

Nicht jeder Wintergarten ist gleich. Je nach Bauart unterscheiden sich Aufwand, Nutzungsmöglichkeiten und Kosten deutlich. Überlegen Sie deshalb frühzeitig, welche Variante am besten zu Ihrem Haus und Ihren Bedürfnissen passt.

Anlehn-Wintergarten
Diese Variante wird direkt an eine Hauswand angebaut und ist besonders beliebt, da sie vergleichsweise kostengünstig und einfach umzusetzen ist.
Die Vorteile:

  • Ideal für Einsteiger
  • Geringerer statischer Aufwand
  • Klassisches Pultdach, oft mit viel Gestaltungsspielraum (rund oder eckig)

Polygon-Wintergarten
Ein Wintergarten mit polygonaler Form hat mehrere Ecken und wirkt dadurch besonders offen und elegant.
Die Vorteile:

  • Mehr Tageslicht durch größere Glasflächen
  • Günstigeres Verhältnis von Luftvolumen zu Oberfläche (gute Wärmespeicherung)

Die Nachteile:

  • Schwieriger zu möblieren, da durch die Form etwas Platz verloren geht

Über-Eck-Wintergarten
Wer es großzügig und lichtdurchflutet mag, entscheidet sich oft für einen Wintergarten, der über die gesamte Hauslänge reicht.
Die Vorteile:

  • Panoramablick
  • Gleichmäßige Sonneneinstrahlung aus mehreren Richtungen

Die Nachteile:

  • Höherer Aufwand bei Bau und Statik
  • Mehr Glasflächen = höhere Kosten

Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten. So finden Sie die zu Ihrem Zuhause und Ihrem Budget passende Lösung.

Schritt 4: Statik, Fundament und Verbindung zum Haus

Ein Wintergarten braucht ein solides Fundament und das nicht nur im übertragenen Sinne. Die baulichen Grundlagen sind entscheidend für die Sicherheit, Lebensdauer und Energieeffizienz Ihrer neuen Wohlfühloase.

Fundament und Bodenbeschaffenheit

  • Das Fundament sollte frostsicher sein, also mindestens 80–100 cm tief reichen.
  • Bestehende Terrassen sind meist nicht geeignet – sie wurden oft nicht auf dauerhafte Traglasten ausgelegt.
  • Die Tragfähigkeit des Bodens sollte im Zweifelsfall von einem Gutachter geprüft werden, besonders bei lockeren Böden oder Hanglagen.

Statik und Konstruktion

  • Auch wenn der Wintergarten optisch leicht wirkt: Die Statik muss stimmen.
  • Je nach Größe und Bauart sind statische Berechnungen nötig – etwa bei freistehenden Konstruktionen oder großen Glasflächen.
  • Komplexere Formen wie Über-Eck-Konstruktionen erfordern oft zusätzliche Träger oder Stützen.

Anschluss an das Wohnhaus

  • Der Übergang zwischen Haus und Wintergarten muss luftdicht, wärmegedämmt und regensicher ausgeführt sein.
  • Bei Wanddurchbrüchen (z. B. Türverbreiterungen oder Öffnungen) ist ein Statiker erforderlich, um die Tragfähigkeit des Gebäudes sicherzustellen.
  • Ein fehlerhafter Anschluss kann Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbildung oder Wärmeverlust verursachen. Lassen Sie diesen Punkt daher unbedingt fachgerecht planen und umsetzen.

Schritt 5: Materialwahl & Verglasung

Die Wahl der Materialien hat nicht nur Einfluss auf das Aussehen Ihres Wintergartens, sondern auch auf die Energieeffizienz, den Pflegeaufwand und die Kosten. Überlegen Sie deshalb gut, welches Material zu Ihrem Haus, Ihren Nutzungswünschen und Ihrem Budget passt.

Rahmenmaterialien im Überblick

  • Aluminium
    • Modern und langlebig
    • Witterungsbeständig und pflegeleicht
    • Höherer Preis, geringe Wärmedämmung ohne Zusatzmaßnahmen
  • Holz
    • Natürlich, wohnlich und sehr gute Dämmwerte
    • Ideal für warme Wintergärten
    • Höherer Pflegeaufwand (regelmäßiges Streichen nötig)
  • Kunststoff
    • Preisgünstig und pflegeleicht
    • Gute Dämmwerte
    • Etwas weniger stabil bei großen Konstruktionen
  • Kombinationen (z. B. Holz-Alu)
    • Innen gemütlich, außen robust
    • Langlebig und optisch ansprechend
    • Teurer als reine Holz- oder Kunststofflösungen

Verglasung: Wärmeschutz nicht vergessen

  • Für beheizte Wintergärten sind mindestens zweifach isolierte Verglasungen Pflicht. Noch besser sind dreifach verglaste Scheiben, um Energieverluste zu minimieren.
  • Ein Glasdach muss mit Verbundsicherheitsglas (VSG) ausgestattet sein, damit im Bruchfall keine Gefahr besteht.

➡️ Unser Tipp: Achten Sie auf Sonnenschutzverglasung oder eine zusätzliche Beschattung, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden.

Innenraum des Wintergartens mit gelben Chrysanthemen auf dem Tisch.
Eine romantische grüne Oase, die ganzjährig genutzt werden kann.

Schritt 6: Heizen, Lüften und Beschatten

Damit Ihr Wintergarten das ganze Jahr über nutzbar bleibt, ist ein durchdachtes Konzept zur Temperaturregulierung und Luftzirkulation erforderlich. Ohne entsprechende Maßnahmen wird es im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt.

Heizung: Warm oder kalt?

  • Für einen Wohnwintergarten ist eine Heizung Pflicht. Möglich sind Fußbodenheizung, Heizkörper oder eine Anbindung an das zentrale Heizsystem.
  • Kaltwintergärten benötigen in der Regel keine Heizung, sind aber auch nur eingeschränkt nutzbar (z. B. als frostfreier Pflanzenraum).

Lüftung: Frischluft gegen Feuchtigkeit

  • Eine gute Belüftung schützt vor Schimmel, Kondenswasser und schlechter Luft.Empfehlenswert sind automatische Lüftungssysteme, z. B. mit Temperatur- oder Feuchtigkeitssensoren.
  • Auch manuelle Fenster oder Lüftungsklappen können sinnvoll sein – Hauptsache, der Luftaustausch ist gewährleistet.

Beschattung: Hitzeschutz im Sommer

  • Große Glasflächen heizen sich bei direkter Sonne stark auf. Daher ist eine Beschattung von oben und an den Seiten wichtig. Zur Auswahl stehen:
    • Innenliegende Rollos oder Plissees
    • Außenliegende Markisen
    • Automatisierte Systeme mit Wettersensoren

➡️ Unser Tipp: Eine Kombination aus Beschattung, Belüftung und effizienter Verglasung schafft ein angenehmes Raumklima, ohne dass unnötige Energiekosten entstehen.

Schritt 7: Gestaltung & Innenausbau

Nachdem die bauliche Planung abgeschlossen ist, geht es an die Gestaltung. Denn erst mit den richtigen Materialien, Farben und Details wird Ihr Wintergarten zu einem echten Lieblingsplatz.

Bodenbelag: robust und harmonisch
Wählen Sie einen Bodenbelag, der sowohl zur Nutzung als auch zum Stil des Hauses passt.
Beliebte Varianten sind:

  • Fliesen: pflegeleicht und ideal bei Fußbodenheizung
  • Holzboden: warm und wohnlich, aber pflegeintensiver
  • Naturstein oder Pflaster: besonders robust, z. B. bei Kaltwintergärten

Achten Sie auf ein stimmiges Gesamtbild: Boden, Wände und Möbel sollten optisch zueinander passen.

Farb- und Lichtgestaltung

  • Helle Farben lassen den Raum größer und offener wirken.
  • Setzen Sie gezielt Akzentfarben für Wohnlichkeit oder moderne Kontraste.
  • Auch die Beleuchtung spielt eine Rolle: Warmweißes Licht wirkt gemütlich, Spots und LED-Streifen können besondere Bereiche betonen.

Einrichtung & Nutzung

Möchten Sie den Wintergarten als Wohnzimmer, Essplatz, Leseecke oder Pflanzenraum nutzen? Die Einrichtung sollte sich an diesem Ziel orientieren. Denken Sie an bequeme Möbel, Textilien für Gemütlichkeit und ggf. Pflanzen, um die Natur nach drinnen zu holen.

➡️ Unser Tipp: Planen Sie Steckdosen, Lichtschalter und gegebenenfalls Wasseranschlüsse frühzeitig ein. Das spart Aufwand und Kosten im Nachhinein.

Bestehenden Wintergarten renovieren

Ist Ihr Wintergarten in die Jahre gekommen? Eine Renovierung kann nicht nur die Optik deutlich verbessern, sondern auch den Wohnkomfort und den Wert Ihrer Immobilie steigern.

Wann lohnt sich eine Renovierung?

  • Undichte Fenster oder veraltete Verglasung
  • Mangelnde Wärmedämmung und hohe Heizkosten
  • Sichtbare Abnutzung an Boden, Rahmen oder Dachelementen
  • Unzureichende Beschattung oder Belüftung

Vorteile einer Modernisierung

  • Wertsteigerung Ihrer Immobilie
  • Energieeinsparung durch neue Verglasung und bessere Dämmung
  • Mehr Wohnqualität durch modernes Design und aktuelle Technik
  • Längere Lebensdauer der Bauteile durch hochwertige Materialien

PORTAS als Partner für die Renovierung

Möchten Sie Ihren Wintergarten aufwerten? Unsere erfahrenen Renovierungsexperten stehen Ihnen zur Seite. Wir kümmern uns um die fachgerechte Ausführung und stimmen diese individuell auf Ihre Wünsche und die baulichen Gegebenheiten ab.

✅ Werterhalt sichern
✅ Wohlfühlfaktor steigern
✅ Wartungsarme Materialien verwenden

Sie möchten wissen, welche Möglichkeiten es in Ihrem konkreten Fall gibt? Dann sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne persönlich.

Bei Fragen stehen Ihnen unsere Renovierungsexperten gerne zur Verfügung.